Auch durch seinen gotteshäuslichen Sinn war David ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er sagt Ps. 26, 5-8: Ich hasse die Versammlung der Boshaftigen, und sitze nicht bei den Gottlosen. Ich wasche meine Hände mit Unschuld, und halte mich, Herr, zu deinem Altar; da man höret die Stimme des Dankens, und da man predigt alle deine Wunder. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, und den Ort, wo deine Ehre wohnet.„ Wer den Herrn lieb hat, der hat auch des Herrn Haus, Wort, Altar und alles lieb, was er zu seiner Ehre, und zu unserm Heil angeordnet hat. Er dienet zwar Gott alle Tage seines Lebens und an allen Orten; betet, lieset und betrachtet Gottes Wort; hat Gott vor Augen und im Herzen und hütet sich, daß er an den Werktagen mit den Werken den nicht verläugne, den er an den Feiertagen mit der Gemeine anbetet. Aber am Tage des Herrn zum Hause des Herrn zu gehn, zu hören und mit einzustimmen in die Stimme des Dankes, aufzumerken auf das Wort göttlicher Predigt und Theil zu nehmen an dem Altar des neuen Bundes: das ist ihm doch eine besondere Freude und süße Pflicht, davon hat er auch einen besonderen Segen, den der zu seinem Schaden entbehrt, der die Stätte des Hauses Gottes nicht achtet. So kann zum Beispiel jeder aus Erfahrung wissen, daß es ein anderes ist, die Predigt des Wortes Gottes zu hören, als für sich das Wort Gottes und eine Predigt über das Wort zu lesen. Es stehet nicht ohne Grund geschrieben: „Selig sind, die Gottes Wort hören, denn der Glaube kommt aus der Predigt.“ Damm lasset uns nicht verlassen unsere Versammlungen. Lasset uns den Feiertag heiligen; zum Hause Gottes kommen; ihn in den Versammlungen der Heiligen loben, ehren und anbeten; mit Heilsbegierde die Predigt hören, und uns zum Altar des Herrn halten, denn wir haben auch einen Altar (Hebr. 13, Id.). Aber damit unser Gottesdienst nicht eitel sei, so laßt uns nicht blos Hörer, sondern auch Thäter des Wortes sein. Denn mit bloßem Hören ohne Gehorsam ist weder dem Herrn gedient, noch uns geholfen. Zu einem ungehorsamen Volke spricht er (Amos 5, 21-23.): „Ich bin euren Feiertagen gram, und verachte sie, und mag nicht riechen in eure Versammlung. Und ob ihr mir gleich Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran; so mag ich auch eure feiste Dankopfer nicht ansehen. Thue nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Psalterspiel nicht hören.“ - Damit lasset uns unsere Liebe zum Hause Gottes durch Gehorsam gegen das Wort Gottes beweisen.